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Spondylosen sind mit die häufigsten Erkrankungen bei Diensthunden überhaupt. Der Problemkreis dieses umfangreichen Krankheitskomplexes wird hier anhand folgender Fragen erläutert: 1. Was versteht man unter der Spondylose? 2. Wie entstehen Spondylosen? Welche Bereiche der Wirbelsäule können betroffen sein? 3. Welche Beschwerden können durch Spondylosen verursacht werden? 4. Wie werden Spondylosen diagnostiziert und was kann man dagegen tun?
1. Was versteht man unter der Spondylose? Die Spondylose oder Spondylopathia deformans gehört zum Formenkreis der degenerativen Skeletterkrankungen. Darunter versteht man Erkrankungen, die mit einem Umbau der normalen Organstruktur (Knochen und Gelenke) einhergehen. Im Fall der Spondylose handelt es sich um den Abbau elastischer Elemente (Bänder, Zwischenwirbelscheiben) einerseits und knöchernen Zubildungen (Abb.1) andererseits. Die Umbauprozesse beginnen in der Regel an der Unterseite der Wirbel.
Abb.1 linke Seitenansicht der Beckenregion mit Kreuzbein und 6./7. Lendenwirbel, die fortgeschrittenen Spondylosen sind gelb hervorgehoben Diese Zubildungen können erhebliche Ausmaße annehmen und im Seitenbereich der Wirbelkörper bis in die Region der Nervenabgänge hineinreichen. Wenn auch die kleinen Wirbelgelenke oberhalb der Nervenabgänge in das degenerative Geschehen einbezogen sind, spricht man von einer Spondylarthrose. Im Extremfall sind ganze Wirbelsäulenabschnitte durch eine massive Knochenbrücke starr miteinander verbunden (Bambusstabwirbelsäule, Abb. 2): Abb. 2: Die gesamte Lendenwirbelsäule ist durch eine massive Knochenbrücke (rot hervorgehoben) versteift. Der letzte Lendenwirbel (über dem rechten Ende der Knochenbrücke) ist ein so genannter Übergangswirbel, da er mit dem Kreuzbein enger anatomisch verwandt erscheint, als mit den übrigen Lendenwirbeln), ca. 4 Jahre alter Malinois der zum Ankauf (!) angeboten wurde. Wie entstehen Spondylosen? Welche Bereiche der Wirbelsäule können betroffen sein? Wenn die elastischen Elemente der Wirbelsäule (Zwischenwirbelscheiben, Bänder) verschlissen sind, drohen erhebliche Folgeerkrankungen z. B. in Form von Lähmungen durch Bandscheibenvorfälle. Der Körper versucht deshalb diese Bereiche schnellstmöglich zu reparieren. Eine Reparaturart ist die Versteifung benachbarter Wirbel durch Spondylosen. Die Wirbelsäule ist in diesem Bereich zwar nicht mehr elastisch, bleibt aber stabil und die Gefahr eines Bandscheibenvorfalles ist nach vollständigem Abschluss der Spondylosenbildung gebannt. Die Bildung von Spondylosen ist deshalb in Zonen der höchsten Belastung zu erwarten, da hier auch der Verschleiß am stärksten ist. Diese Bereiche sind in der Bewegungsanalyse der am stärksten belastenden Gangarten (Galopp, Sprung) gut zu erkennen:
Diese Regionen sind am stärksten belastet, weil hier ein besonders elastischer Bereich der Wirbelsäule, nämlich die Lendenwirbelsäule, an besonders starre Bereiche (Kreuzbein, Brustwirbelsäule/Rippen) angrenzt. Diese Situation ist vergleichbar mit dem Übergang eines Kabels in den Stecker, wo ja bekanntlich trotz technischer Vorkehrungen, in der Regel ein Kabelbruch entsteht. Sind 2 Wirbel durch eine Spondylose versteift, so tritt nun die höchste Belastung an den unmittelbar benachbarten Wirbeln auf. Dies ist der Grund, warum sich Spondylosen entlang der Wirbelsäule ausbreiten und letztlich zu Zuständen wie in Abbildung 2 führen können. Ähnliche Verhältnisse liegen im Bereich des Übergangs der Halswirbelsäule zur Brustwirbelsäule vor. Zusätzlich wird diese Region durch den Schutzdienst belastet. Diese Belastung verteilt sich aber offensichtlich doch besser, so dass Spondylosen im Bereich der Halswirbelsäule deutlich seltener als im Bereich der Lendenwirbelsäule sind. Prinzipiell können Spondylosen an jeder Zwischenwirbelscheibe (z.B. auch im Schwanzbereich) gebildet werden. Ursächlich für die Spondylosenbildung ist, wie bereits erwähnt, der Verschleiß der elastischen Elemente der Wirbelsäule. Hierfür kommen 3 Ursachen in Frage:
Deshalb ist es kein Zufall, dass gerade die "besten" Diensthunde (besonders Spürhunde) besonders häufig an degenerativen Skeletterkrankungen leiden. Erfreulicherweise wird diesem Umstand m. E. an vielen Stellen bereits Rechnung getragen. Trotzdem ist hier weiter Kreativität gefordert um Diensthunde, bei gleich bleibender Verlässlichkeit, mit der geringst möglichen Belastung zum Ausbildungs- und Einsatzziel zu bringen. Selbstredend verschlechtern Kombinationen der o. a. Faktoren die Tendenz zur Bildung von Spondylosen, so dass diese nicht selten bereits in einem Alter von 1,5 bis 2 Jahren auftreten können. Aus diesem Grund sollte bei der Ankaufsuntersuchung eines Diensthundes unbedingt die gesamte Lendenwirbelsäule, einschließlich der Übergänge zu den benachbarten Wirbelsäulenabschnitten geröntgt werden. Fortsetzung (Diagnosen und Therapie) Zur Übersicht Erkrankungen des Bewegungsapparates
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Copyright © 2002 OFV Dr. med. vet. Walter Korthäuer
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